
4. Tag meiner Rheintour. Bregenz
Der größte Teil der Strecke von Chur nach Bregenz verlief auf einem Damm. Ziemlich eintönig für Wolfs Geschmack. Mir ist das mehr oder weniger egal. Aber kaum Steigungen. Monotones Fahrradfahren macht poetisch, und so versuchte sich Wolf an einem Gedicht über das Zelten. Mal schauen. Vielleicht kann ich es einigermaßen wiedergeben:
Im Zelt höre ich mehr von der Welt
Als an irgendeinem anderen Ort.
Der Stoff ist die Membran
An das Leben geschmiegt
Für das Unerhörte.
Das Sprechen der Tiere,
Kreischen, Zwitschern, Quaken, Krakeelen,
Grunzen, Röhren, Fipsen.
Dazu das fremde Flüstern verschworener Stimmen
In der Nacht.
In den Zelten.
Das Rauschen der Daunen,
Das Quietschen der Luftmatratzen.
Manchmal Geräusche der Liebe.
Stöhnen, japsen, klatschen, schmatzen.
Aus allen Zelten, aus den Wäldern und Bergen,
Stürzt die Fülle von Geräuschen auf den Platz.
Konzentriert
Halte ich ein Ohr an den Stoff
Höre die zitternde Sterne knistern
Zärtlicher Moment.
Bevor das apokalyptische Schnarchen sich über alles legt.